Die Natur

Daß ein Friedhof nicht nur ein Ort des Todes ist, zeigt ganz deutlich die breitgefächerte Flora und Fauna, die Vielfalt der Pflanzen und Tiere, die an diesen Orten lebt.

Auf dem Trierer Hauptfriedhof fühlen sich zahlreiche Tierarten heimisch, von denen an dieser Stelle nur einige exemplarisch genannt werden sollen.

Neben Füchsen, Stein- und Baummardern, Kaninchen, Eichhörnchen, Enten, Bunt- und Grünspechten kann man auch noch viele andere Tiere beobachten. Viele sind recht unempfindlich gegen den Lärm und das Auftreten der Menschen geworden und lassen sich, weniger scheu als ihre Artgenossen im Wald, auch gerne beim Leben zuschauen.

Einen besonders spannenden Aspekt bieten freilich die Bäume, die in einer enormen Artenvielfalt zu sehen sind.

Zu den als Naturdenkmalen geschützten Bäumen zählen 14 Schwarzkiefern, 3 Trauerbuchen, 2 Silberlinden, 2 Zerr- oder Mooseichen, 1 Hemlock- oder Schierlingstanne, 1 Schwarznuß, 5 Schnurrbäume (Sophoren), 2 Blutbuchen, 2 Eschen, 1 Judasblatt- oder Lebkuchenbaum, 1 Korkbaum, 1 Blasenstrauch, 1 Ambarbaum und 2 Hainbuchen. Neben diesen zum Teil beeindruckend großen Exemplaren finden sich noch ungezählte andere Bäume und Baumarten, insgesamt geschätzt an die 900.

Beeindruckend fanden wir auch die Papierbirken, deren abziehbare Rinde sich zum Beschreiben mit kleineren Notizen eignet. Viele der Bäume (besonders die Koniferenarten) sind einmal als Grabbewuchs angepflanzt und nach Aufhebung der Grabstätte nicht wieder entfernt worden, sondern konnten bis heute weiterwachsen. Wenn sie nicht durch diverse Stürme und Unwetter, die auch auf dem Trierer Hauptfriedhof ihre Spuren hinterlassen haben, hinweggerissen worden sind.

Erwähnenswert ist auch die Tatsache, daß viele der hier wachsenden Bäume ihre eigentliche botanische Heimat in ganz anderen Breiten haben.

So stammt beispielsweise der Schnurrbaum, wie es der botanische Name, Sophora japonica, schon andeutet, aus dem ostasiatischen Raum, vor allem China und Korea.

Die Silberlinde (Tilia Tomentosa) ist am weitesten in Südosteuropa und Kleinasien verbreitet, und der Judasblattbaum (Cercidiphyllum Japonicum), der auch den hübschen Namen Lebkuchenbaum trägt, wächst vor allem in Japan.

Der aus Nordamerika stammende Lederhülsenbaum oder auch Gleditschie (Gleditsia Triacanthos) bildet auffällige Früchte, flach verdrehte dunkelbraune Hülsen, die lederartig anmuten und sich sehr gut zum Schmücken von Kränzen und ähnlichem eignen.

Und welche Baumart darf auf einem Friedhof keinesfalls fehlen? Richtig, der Lebensbaum (Thuja Occidentalis), der im allgemeinen als der Friedhofsbaum gilt und aus dem Nordosten Amerikas und Kanada stammt. Ebenso beliebt ist die Blauzeder (Cedrus Atlantica), von denen zwei prachtvolle Exemplare das expressionistische Kruzifix vor der alten Kapelle einrahmen. Ursprünglich aus Nordafrika stammend, findet sich dieses Baumart auch bei uns recht häufig.

Auch die österreichische Schwarzkiefer (Pinus Nigra), die veredelte Blubuche (Fagus Sylvatica), die Fichte (Picea Abies) und der Bergahorn (Acer Pseudoplatanus) zieren den Trierer Hauptfriedhof mit herrlich anzusehenden Exemplaren und tragen so einem gesunden Klima bei. Bei aller Schönheit darf nämlich nicht vergessen werden, daß der reiche Baumbewuchs des Friedhofes auch als grüne Lunge für die Innenstadt wirkt und so die Lebensqualität erheblich steigert.

Alle vorkommenden Arten können an dieser Stelle nicht aufgeführt werden und sollen es auch gar nicht, denn dann bliebe ja gar kein Anreiz mehr, einmal selbst diesen Landschaftspark zu durchstöbern.

Für die Angaben zur Flora und Fauna des Trierer Hauptfriedhofes danken wir dem Gärtnermeister Herrn Heinz Tholl. (Und noch ein Dank ans Presseamt der Stadt Trier für die freundliche Genehmigung!)